Author. Research group leader at the University of Munich. Interested in theology, literature, and AI.
http://www.christoph-heilig.de
Et ego in Arcadia esse vellem.

@christophheilig.bsky.social
Author. Research group leader at the University of Munich. Interested in theology, literature, and AI.
http://www.christoph-heilig.de
Et ego in Arcadia esse vellem.
Entscheidend wird die existenzielle, ethische und gesellschaftliche Relevanz der Texte für die menschliche Lebenswirklichkeit sein, kombiniert mit einer lebendigen Wissenschaftskommunikation, die breite Kreise erreicht, statt Monografien für wenige Experten zu verfassen. 13/14
Zum anderen wird sich die Bibelwissenschaft künftig von dem Anspruch naturwissenschaftlicher Exaktheit verabschieden und sich stärker als kreative Kunstform und subjektiver Selbstausdruck verstehen müssen. 12/14
Zum einen bleibt die Erforschung der materiellen Kultur unverzichtbar, da das physische Auffinden, Fotografieren und Konservieren neuer Handschriften oder Inschriften vor Ort von KI nicht geleistet werden kann. 11/14
Das methodische Rätsel ist damit formal abgearbeitet und erledigt, lässt die Forschenden jedoch ohne die gewohnten Arbeitsgrundlagen zurück. Vollständig verschwinden wird die Disziplin jedoch vermutlich nicht, aber sie müsste sich grundlegend transformieren. 10/14
... bayesschen Wahrscheinlichkeitsmodellen durchgerechnet werden, führt dies nicht zu packenden historischen Narrativen, sondern zu nüchternen Wahrscheinlichkeitsverteilungen. 9/14
... die einer mathematischen oder wahrscheinlichkeitstheoretischen Prüfung kaum standhalten. Wenn nun fundamentale Streitfragen wie das Synoptische Problem oder die Textkritik Tausender antiker Handschriften mithilfe von Algorithmen und ... 8/14
Die Krise bricht auf, weil KI die bereits bestehenden Verwundbarkeiten der Disziplin gnadenlos aufdeckt: Jahrelang kreiste die Forschung oft um winzige Detailfragen ohne echten Erkenntnisgewinn und vertrat Thesen, ... 7/14
Konkret prognostiziert @christophheilig.bsky.social, dass sein Fach der Bibelwissenschaften in seiner bisherigen Form innerhalb von ~2 Jahren vor einer Implosion steht, was das Ende des historisch-kritischen Paradigmas der letzten 300 bis 400 Jahre bedeutet. 6/14
Dadurch verlieren klassische Qualifikationsarbeiten wie reine Literaturüberblicke oder traditionelle 80.000-Wörter-Dissertationen rapide an Aussagekraft. 5/14
Zudem agiert die Technologie als hyperkritischer Prüfer, der methodische Mängel, logische Brüche und übersehene internationale Forschung sekundenschnell sichtbar macht. 4/14
LLM und 🤖 können schon jetzt umfangreiche Literaturrecherchen und semantische Begriffsanalysen antiker Kontexte in Sekundenschnelle bewältigen, für die Forschende früher Wochen in Fachbibliotheken investieren mussten. 3/14
Zwar haben es noch nicht alle seine Kollegen mitbekommen, aber KI verändert die Geisteswissenschaften bereits heute schon tiefgreifend, da diese Fächer im Kern auf der Analyse von Texten basieren. 2/14
Wer - aus welchen Gründen auch immer - damit liebäugelt, Geisteswissenschaften zu studieren, sollte sich vor seiner Einschreibung an der Uni vielleicht mal 👇 Gespräch mit dem Bibelforscher und Linguisten @christophheilig.bsky.social anhören. 1/14
@blugger.bsky.social @badw.de
📖 Wie lassen sich Erzählperspektiven in frühchristlichen Texten bestimmen? @christophheilig.bsky.social von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der #LMU forscht mit seiner Nachwuchsforschungsgruppe, woran sich im Neuen Testament erkennen lässt, aus welchem Blickwinkel eine Szene geschildert wird.
New podcast episode on the future of biblical studies and the humanities in general in the age of AI
@badw.de @bidt.bsky.social @lmu.de @blugger.bsky.social
@badw.de @blugger.bsky.social
Dieses Interview hatte dereinst Jan Krüßmann mit mir für Chrismon geführt (wo es hinter Bezahlschranke war). Nun ist es hier im Forum-Magazin frei zugänglich und um Fragen zu Papst Leos Enzyklika ergänzt. Es ist, finde ich, sehr gut gealtert.