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@maxbestpolitics.bsky.socialSep 20, 2026, 8:35 AM

Die Bundesregierung plant strengere Krankschreibungsregeln. Beschäftigte sollen ab dem ersten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Zugleich soll die seit Ende 2023 mögliche telefonische Krankschreibung abgeschafft werden. #Krankschreibung #Krankmeldung #Arbeitsunfähigkeit

Geplante Krankschreibungs-Regeln: Fehltage könnten statt weniger sogar mehr werden

4. Juli 2026 – Damit soll die Zahl der Krankheitstage sinken. Großzügigere Absprachen blieben möglich.

Der DIW-Ökonom Daniel Graeber bezweifelt, dass die Änderungen den Krankenstand senken. Er sieht keinen belastbaren Zusammenhang zwischen gestiegenen Fehlzeiten und der telefonischen Krankschreibung. Laut Barmer entfallen 0,8 bis 1,2 Prozent aller Atteste auf Telefon- und Videosprechstunden. Pflichtbesuche könnten Ansteckungen in Wartezimmern und am Arbeitsplatz fördern, wenn Beschäftigte trotz Infekten arbeiten.

Hauptgründe für den hohen Krankenstand seien Infektionswellen, die bessere Erfassung durch die elektronische AU-Bescheinigung und langwierige Erkrankungen. Langzeiterkrankungen von mindestens sechs Wochen verursachten 2024 rund 40 Prozent aller Fehltage. Häufig waren Muskel-Skelett- und psychische Erkrankungen. Fachleute halten deshalb bessere Prävention und Gesundheitsförderung für wirksamer.

Auch Ärzte, Gewerkschaften und der Patientenbeauftragte warnen. Eine Attestpflicht ab dem ersten Krankheitstag könnte mehr Beschäftigte krank zur Arbeit treiben. Das könnte die Genesung verzögern, die Produktivität senken und chronische Erkrankungen begünstigen. Der Hausärzteverband warnt vor überlasteten Praxen und weniger Zeit für schwer und chronisch Erkrankte.

Ärzte fordern ein Vorgehen gegen anonyme Online-Plattformen statt das Ende der telefonischen Krankschreibung. Hausärzte kennen ihre Patienten persönlich. Kritiker erwarten, dass die Änderungen weder den Krankenstand senken noch das Gesundheitssystem entlasten, sondern Praxen belasten und die Fehltage langfristig sogar erhöhen könnten.

Laut repräsentativer YouGov-Umfrage unter 6.200 Erwachsenen lehnen 59 Prozent die Attestpflicht ab Tag eins ab, 31 Prozent stimmen zu. Telefonische Krankschreibungen wollen 58 Prozent behalten, 33 Prozent abschaffen.
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