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@msur.bsky.socialOct 16, 2026, 9:40 AM

Es gibt sie noch, standhafte Proler für #S21, mit altbekannten, nie zutreffenden Aussagen:
-Ist Stuttgart etwa Paris mit 6 Kopfbahnhöfen?
-von Deutschlandtakt anfangs keine Rede? Blödsinn, s. Palmer in der Schlichtung!
-Flächengewinn für die Stadt? Das wird (vorerst oder eher wg. #obenbleiben NIX)

Leserbrief wkz, 16.10.26 

Lieber Herr Schwarz, warum müssen Sie sich denn immer wieder an Ihrem Hassobjekt Stuttgart 21 festbeißen? Ihr letzter Beitrag enthielt nur altbekannte gegensätzliche Aussagen zum Projekt. Ich halte nach wie vor die Grundidee für richtig: Durchgangs- statt Kopfbahnhof.  
Heute kann jeder, der in Paris am Gare de l‘Est ankommt und zum Beispiel von „Austerlitz“ gen Süden weiterfahren möchte, die Nachteile erleben. Es gab sicher Fehler und Fehleinschätzungen. Aber der Hauptgrund für die Kostensteigerungen ist die Dauer des Projektes: Rahmenbedingungen haben sich währenddessen grundlegend geändert: Zum Beispiel war anfangs von einem halbstündlichen Deutschlandtakt im Fernverkehr noch keine Rede. Einsprüche, Eidechsen und Juchtenkäfer und auch die einjährige Schlichtung trugen zu Verzögerungen und Kostensteigerungen bei. Mit der Entscheidung für das neue Signalsystem ETCS ging man ein großes Risiko ein – gab es für dieses System in einem Knoten zu diesem Zeitpunkt doch noch kein Vorbild. Und so wurde die Komplexität völlig unterschätzt. Aber welchen Aufschrei hätte es gegeben, hätte man in einen neuen Bahnhof alte Signaltechnik eingebaut! Was in Ihrem letzten Beitrag völlig fehlte, war der Gewinn für die Stadt – wird doch die fast zwei Kilometer lange, bis zu zehn Meter hohe Wand, die den Schlossgarten vom Nordwesten der Stadt trennt, endlich beseitigt. Das Projekt hat den Gewinn von Flächen zur Stadtentwicklung zur Folge.

Wilhelm Lange, Schorndorf
@msur.bsky.socialOct 12, 2026, 8:30 AM

Wird aus dem System #S21 ein Muster mit Vorbildfunktion zum Milliardenrausschmiss? Umverteilung in Endlosschleife?
Aber die jetzt angesagte vernünftige Konsequenz: Stecker ziehen, obere Gleiser erhalten, kein Gäubahntunnel, zieht #Käsblättle natürlich nicht! (StZ, 12.10.26) #obenbleiben

Fehler aufarbeiten
Ulrike Bäuerlein

Ein Milliardenprojekt, das seit Jahren umstritten ist, das erhebliche Bundesmittel bindet, während hinter dem Nutzen und den Risiken Fragenzeichen bleiben. Und für das die Kostenrechnung in nicht einmal einem Jahr um rund 800 Millionen Euro gestiegen ist – noch vor Baubeginn. Und das Verantwortliche in der Politik und bei der Deutschen Bahn trotz vieler unbeantworteter Fragen auf den Weg bringen. Nein, es geht nicht schon wieder um Stuttgart 21. Es geht um dessen spätes Kind, den Pfaffensteigtunnel.

Ohne Stuttgart 21 gäbe es ihn nicht. Als die Idee vom damaligen parlamentarischen Staatssekretär Steffen Bilger (CDU) geboren wurde, hieß das Baby intern Bilger-Tunnel. Jetzt wird es getauft. An diesem Montag wird der offizielle Tunnelanschlag gefeiert. Bilger, inzwischen Bundesverkehrsminister, wird dabei sein.

Der elf Kilometer lange Tunnel soll eine umstrittene Folge von S 21 abfedern: die Kappung der direkten Gäubahn-Anbindung an den Stuttgarter Hauptbahnhof. Künftig sollen Züge aus dem Süden von Böblingen durch den Tunnel zum Flughafenbahnhof fahren und von dort über den Fildertunnel den Tiefbahnhof erreichen. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2032 geplant.

Die Finanzierungsvereinbarung von Bund und Bahn vom Dezember 2025 umfasst knapp 1,7 Milliarden Euro. Im Infraplan des Bundes stehen bereits knapp 2,5 Milliarden Euro. Der Tunnel ist noch nicht richtig angebohrt, die Rechnung aber schon eine andere.
@bckaemper.bsky.socialSep 23, 2026, 5:25 PM

Erde, sie sei Dir leicht, Asche dein ohne Beschwer!

So kannten wir ihn: Ernest Petek #ObenBleiben

Gelernt ist gelernt: Ernest, damals 71, in der perfekten Wegtragehaltung "das „Päckchen“ (Passiver Widerstand), er lacht dabei. Kopf bleibt oben! (2015) kontextwochenzeitung.de/gesellschaft...

Ernest Petek lässt sich auf einer Stuttgart-21 Demo von zwei Polizisten wegtragen, Kein Stuttgart 21 Schild und seine selbst laminierten Demo-Plakate öffentlichkeitswirksam zwischen den Armen, er lacht dabei verschmitzt und herzlich und ist bester Laune. Selbst die Polizisten können nicht griesgrämig dreinblicken.

Artikel aus der Kontext-Wochenzeitung. Überschrift:
 
Hungern für den Kopfbahnhof
Von Johannes Pimpl| Datum: 01.07.2015

Der S-21-Gegner Ernest Petek sitzt sechs Tage in Erzwingungshaft, weil er sich weigert, ein Bußgeld für eine Blockadeaktion zu zahlen. Dabei hat die Polizei inzwischen eingeräumt, dass sie damals rechtswidrig gehandelt hatte. Ernest Petek ging in den Hungerstreik.
@rennsemmler.eurosky.socialSep 22, 2026, 8:47 PM

#S21 #ObenBleiben!

@freddyfedders.bsky.socialSep 18, 2026, 6:40 AM

Den Real Estate im Gleisbett kosch vergesse Karlle ! #obenbleiben

@freddyfedders.bsky.socialSep 17, 2026, 4:09 AM

Den Real Estate im Gleisbett kosch vergesse Karlle ! #obenbleiben


Die Finanzierungsvereinbarung von Bund und Bahn vom Dezember 2025 umfasst knapp 1,7 Milliarden Euro. Im Infraplan des Bundes stehen bereits knapp 2,5 Milliarden Euro. Der Tunnel ist noch nicht richtig angebohrt, die Rechnung aber schon eine andere. Die Differenz beweist nicht, dass sich die Geschichte wiederholt. Aber sie verlangt eine Erklärung.

Stuttgart 21 wurde zum Lehrstück, weil Warnungen bekannt waren, politische Entscheidungen aber auf viel zu optimistischen Kalkulationen beruhten. Die Öffentlichkeit bekam Versprechen, die immer schwerer einzulösen waren. Der dadurch entstandene Schaden steckt auch im Vertrauen, das Politik und Bahn verspielt haben.

Wer damals welche Risiken kannte, Warnungen überging oder Fehlentwicklungen kleingerechnet hat, ist bis heute nicht befriedigend aufgearbeitet. Die Verantwortlichen von damals sind vielfach nicht mehr im Amt, aber die Folgen wirken noch Generationen fort.

Es geht nicht darum, jeden Befürworter des Tiefbahnhofs nachträglich zum Schuldigen zu erklären oder den Pfaffensteigtunnel pauschal infrage zu stellen. Er kann verkehrlich sinnvoll sein. Aber wer erneut Milliarden bindet, muss nachvollziehbar darlegen, warum das Geld gut angelegt ist, welche Risiken eingepreist sind und wer Verantwortung übernimmt, wenn die Rechnung erneut nicht aufgeht. Das ist bis heute nicht erfolgt.

Das aber wäre die eigentliche Lehre aus Stuttgart 21: Die Folgen politischer Entscheidungen nicht einfach mit immer neuen Milliarden zu bewältigen, ohne die Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten. Großprojekte dürfen scheitern, sich verteuern oder neue Lösungen erfordern. Aber eine Politik, die aus ihren Erfahrungen keine Konsequenzen zieht, macht aus jedem Problem den Auftrag für das nächste Milliardenprojekt. Dann wird aus dem Versprechen auf Fortschritt eine Endlosschleife – und aus Stuttgart 21 nicht ein Lehrstück, sondern ein Muster. Weiter, immer weiter.