Grilled Cheese

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@erikreger.bsky.socialSep 18, 2026, 1:16 PM

Mehr über die Rubrik "Vor Jahren" und mehr über Karl Silex, der dann 1955 Chefredakteur des @tagesspiegel.de wurde: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80

@erikreger.bsky.socialSep 18, 2026, 1:16 PM

Und hier wieder Chefredakteur Karl Silex selbst, diesmal mit einer Einlassung über die "politischen, wirtschaftlichen und völkischen Voraussetzungen eines dauernden Friedens", erschienen in der "DAZ" #OTD 1939, dokumentiert im @tagesspiegel.de auf den Tag genau sieben Jahre später. #Tagesspiegel80

VOR JAHREN
18. September 1939
Einundzwanzig Monate vor dem Ueberfall
auf Rußland
Der Kontinent hat sein Schicksal und seine Zukunft selbst in die Hand genommen, er hat in wenigen Tagen Versailles aus Osteuropa beseitigt. In Versailles wurden die Grenzen Polens ja nicht nur Deutschland, sondern auch der Sowjetunion aufgezwungen, und diese beiden Länder schaffen nun ohne England neue vernünftige Grenzen. Das „Rätsel" Rußland ist durch die gemeinsame Erklärung gelöst. Deutschland und Rußland sind sich darüber einig, daß das bisherige Polen nicht mehr existiert. Sie haben daraus die Konsequenzen gezogen und werden nun dafür sorgen, daß die Landkarte des Ostens den politischen, wirtschaftlichen und völkischen Voraussetzungen eines dauernden Friedens gerecht wird.
(Sx = Silex in der „Deutschen Allgemeinen Zeitung")
@erikreger.bsky.socialSep 18, 2026, 10:07 AM

In Nürnberg noch Beratungsbedarf, @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr zum Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher und zur Haltung unserer Zeitung: www.tagesspiegel.de/kultur/gegen...
Dazu mehr von der Historikerin Heike Krösche: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80

Urteile erst am 30. September
Nürnberg, 17. September (DANA)
Die Urteilsverkündung im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß ist um eine Woche verschoben worden, wie das internationale Militärgericht am Dienstag vormittag bekanntgab. Die Urteilsverkündung, die für den 23. September in Aussicht genommen war, wird am 30. September erfolgen.
@hesselmann.bsky.socialSep 17, 2026, 8:13 AM

"Prenzlaus rechter Flügel Trotschinski-Kullich ragte hervor", Berliner Fußball im @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr guten Sport: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80

Start der Fußball-Meisterschaft
Der längste Sportwettbewerb, der auch .die weitaus meisten Aktiven beschäftigt, ist gestartet: die Berliner Fußball-Meisterschaft 1946/47 hatte ihre ersten Punktspiele. Wilmersdorf, ohne Kippel, hatte zu kämpfen, ehe Oslo mit 3 : 1 geschlagen war. Nickel schoß zwei Tore. Mit dem gleichen Ergebnis bezwang Charlottenburg die Elf von Tempelhof, aber Torwart Steinbeck hatte viel Arbeit, um den Sieg zu halten. Lichtenberg war Prenzlauer Berg fast gleichwertig und gab sich nur 1 :2 geschlagen. Prenzlaus rechter Flügel Trotschinski-Kullich ragte hervor. Ausgeglichen auch das Spiel Mariendorf—Köpenick, das 2 : 1 für Mariendorf endete. Da sich Reinickendorf und Staaken (5 : 4 für Staaken) gleichfalls einen offenen Kampf lieferten, hat die neue Liga-Einteilung ihren guten Einfluß auf Spielstarke und sportlichen Wert gleich am ersten Spieltag bewiesen. Eine Ausnahme machte das Spiel Südring—Mitte, bei dem der Sieg mit 6 : 1 überlegen an Südring fiel. Die vier Stürmer Brenzke, Zech, Bretag und Ley schössen beim Sieger die Tore.
@erikreger.bsky.socialSep 17, 2026, 7:24 AM

Berlin-Wahl vor 80 Jahren, @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr zum "Demokratietest" nach Diktatur und Krieg: www.tagesspiegel.de/berlin/nachk...
Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Kandidaten für den 20. Oktober
Parteitag der SPD
An Sonnabend wurde in der „Neuen Welt' der Landesparteitag der SPD, der am 18. August vertagt worden war, zu Ende geführt. Die Delegierten lehnten mit großer Mehrheit die vorgeschlagene Listenverbindung mit der SEP ab. Aus der von Fritz Schmidt geführten Beratung über die Kandidatenliste zur Berliner Gemeindewahl gingen folgende Spitzenkandidaten hervor: Franz Neumann, Dr. Ostrowski, Luise Schroeder, Dr. Otto Suhr, Curt Swolinzky, Gustav Klingelhöfer und Dr. Klaus-Peter Schulz. Dr. Rudolf Wissell teilte mit, daß die Kontrollkommission der Sozialdemokratischen Partei, der unter anderen Dr. Hildegard Wegscheider und Paul Lobe angehören, einstimmig zu der Ueberzeugung gekommen ist, daß alle Beschuldigungen, die gegen Curt Swolinzky erhoben worden sind, seien gegenstandslos und nichts anderes als bösartige Verleumdungen. Es bestünden nicht die geringsten Bedenken, daß Genosse Swolinzky in vollem Umfange die ihm in der Partei obliegende Tätigkeit sofort wiederaufnimmt
(...)
Kundgebung der CDU
(...)
Für die Berliner Gemeindewahlen hat die CDU, Landesverband Berlin, folgende Spitzenkandidaten nominiert: Dr. Kurt Landsberg (Bezirksrat und Vorsitzender des Landesverbandes der CDU), Hilde Körber (Schauspielerin), Karl Konitzer (Straßenbahner, Betriebsrat), Dr. Agnes Maxsein (Studienrätin), Hermann Drewitz (Bäckermeister), Dr. Siegfried Löwenthal (Landgerichtspräsident).
@hesselmann.bsky.socialSep 15, 2026, 3:22 PM

Trautmann et al, @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Vom Kriegsgefangenen zum Profitorwart: www.tagesspiegel.de/sport/bernd-...
Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Kriegsgefangene
wollen in England bleiben
London, 14. September (DPD)
Das britische Landwirtschaftsministerium beschäftigt sich zur Zeit mit einem Antrag englischer Landwirte, deutschen Kriegsgefangenen, die den Wunsch haben, in England zu bleiben, die Erlaubnis dazu zu geben. Nach einer Meldung der „Daily Mail" geht die Zahl der deutschen Kriegsgefangenen, die noch nicht wünscht, nach Deutschland zurückzukehren, in die Tausende. Der Kommandant eines Gefangenenlagers erklärte, daß die von der Regierung beschlossene beschleunigte Rückführung der Gefangenen die Stimmung unter den Kriegsgefangenen stark gehoben habe. Ein anderer Lagerkommandant erklärte jedoch, daß Hunderte von Deutschen lieber in England bleiben wollen, als sich ungewissen Lebensbedingungen in Deutschland gegenüberzusehen.
@erikreger.bsky.socialSep 15, 2026, 3:13 PM

Hausbesetzer-Szene 1946, @tagesspiegel.de #OTD.
Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Anwachsen der „Squatter"-Bewegung in London
London, 14. September (Reuter)
Die Zahl der „wilden Mieter", die das Ivanhoe-Hotel in Bloomsbury ohne Einwilligung des Eigentümers besetzt haben, wird immer größer, obgleich vor dem Hotel Polizisten Wache halten. Es seien jetzt bedeutend mehr Menschen im Hotel als vorher, erklärte der Organisator der „Squatters", die sich in dem Hause einquartiert haben. Vor dem Hotel sammelte sich am Abend eine Menschenmenge an, um eine Rede des Führers der „Squatters" anzuhören. Die Polizei zerstreute die Menge. Im Laufe des Nachmittags brachten Studenten der Universität und andere Sympathisierende den Insassen des Hotels Nahrungsmittel. Der Sprecher des britischen Arbeitsministeriums erklärte einer „Squatter"-Deputation im Ivanhoe-Hotel, das Ministerium berate über die Frage des Wohnraumes.
Tausend „Squatters", die sich im Hause der Herzogin von Bedford in Kensington einquartiert haben, beschlossen, eine Deputation an Premierminister Attlee zu senden, die fordern soll, daß das Haus den Wohnungslosen zur Verfügung gestellt werde. Die „Squatters" haben sich inzwischen in dem Hause wohnlich eingerichtet. Die Polizei hat jedoch verboten, Einrichtungsgegenstände in das Gebäude zu bringen.
Scotland Yard beschlagnahmte Pläne, die eine Besetzung des Marlborough-Hauses, des Londoner Heimes der Königin Mary, durch die „Squatters" vorsehen, wie die konservative Zeitung „Daily Graphic " berichtet. Die Polizei, die das Gebäude bewacht, wurde verstärkt, und der Kapitän der Königlichen Garde beaufsichtigte persönlich die Verteilung der Wachen. Das kommunistische Blatt „Daily Worker" berichtet, daß eine Abteilung deutscher Kriegsgefangener in die Stadtteile Süd-Kensingtons geschickt worden sei, um den „Squatters" Kohle und Koks abzunehmen, die seinerzeit von der kanadischen Armee zurückgelassen worden waren. Nach einer weiteren Mitteilung des Blattes sind die Häuser in Süd-Kensington noch vom Kriegsministerium beschlagnahmt.
(...)
@erikreger.bsky.socialSep 14, 2026, 10:36 AM

"Obwohl es feststehe, mit welcher Schmach sich Deutschland durch den Antisemitismus beladen hat, sei leider nirgends der Wille zur Sühne zu erkennen." Thomas Dehler, zitiert im @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Innere Wiedergutmachung
Die deutsche Verantwortung für den Antisemitismus
(...)
Generalstaatsanwalt Dr. Thomas Dehler, der zu dem neuen Antisemitismus Stellung nahm, der heute schon wieder in Deutschland zu bemerken sei, erklärte, man scheine an vielen Orten geradezu als antinational zu gelten, wenn man nur wage, von der Schuld unseres Volkes gegenüber den Juden zu sprechen. Obwohl es feststehe, mit welcher Schmach sich Deutschland durch den Antisemitismus beladen hat, sei leider nirgends der Wille zur Sühne zu erkennen. „Das Gefühl der Schuld in mir wird größer", fuhr Dr. Dehler fort, „wenn ich beim Lesen der Nachrichten über die antijüdischen Ausschreitungen in Polen erneut feststellen muß, daß auch dafür Deutschland verantwortlich ist. Unsere Schuld war es, daß wir in den Osten gingen, dort den Antisemitismus zur praktischen Anwendung brachten und damit alle vorhandenen Hemmungen beseitigten. Daher darf Deutschland heute den Verfolgten aus Osteuropa das Gastrecht nicht verweigern."
Der Präsident der Liga zur Bekämpfung des Antisemitismus, Dr. Stenzel, machte eine Reihe von Vorschlägen, die in der Forderung nach neuen Erziehungsmethoden der Schulen und der politischen Parteien gipfelten. Auch die Geistlichkeit beider Konfessionen müsse ihren Einfluß dazu verwenden, das Gift des Antisemitismus aus dem deutschen Volkskörper auszumerzen. „Wiedergutmachung", heißt es in den Vorschlägen Dr. Stenzels, „ist nicht nur ein Recht und ein Anspruch der Juden, sie ist auch eine Pflicht der Deutschen. Diese Wiedergutmachung könne auch nicht Sache der alliierten Mächte sein, sondern müsse von innen her, aus der deutschen Öffentlichkeit und den deutschen Behörden, kommen."
Dr. Horlacher, der Präsident der Verfassunggebenden Bayerischen Landesversammlung, forderte: „Wir müssen uns durch die Wiedergutmachung das Vertrauen der anderen Völker wieder erwerben. Vergessen wir nicht: wenn Hitler gesiegt hätte, gäbe es zwar keine Spruchkammern, wir hätten aber an deren Stelle Gaskammern."
@hesselmann.bsky.socialSep 13, 2026, 4:12 PM

"Meisterschaft der Zeitungsfahrer" auch im Sportteil zu finden ("Sport-Mosaik"), @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr #Tagesspiegel80 aus dem Archiv: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Alle Folgen der kleinen Reihe "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Meisterschaft der Zeitungsfahrer
Neben der Radsport-Veranstaltung am Funkturm findet auf einer 3,5 km langen Rundstrecke in Weißensee die Meisterschaft der Zeitungsfahrer statt, zu der rund 250 Fahrer gemeldet haben. In vier Gruppen werden die Meister ermittelt. Um allzu überlegene Erfolge der als Amateure oder als Profis lizenzierten Fahrer zu vermeiden, erhalten alle übrigen Teilnehmer Zeitvorgaben. Mit Lohrke, Zerm, Wiemer, Jährling, Wießner, Dorn, Urban und Heinz Böhm gehen erstklassige Kräfte an den Start. Der vorjährige Meister, Golz, hat seine Sturzverletzungen noch nicht überwunden, er verteidigt seinen Titel nicht. Der Tagesspiegel ist mit 25 Fahrern bei den Rennen vertreten. Start und Ziel ist in der Albertinstraße.
@hesselmann.bsky.socialSep 13, 2026, 3:54 PM

Dank Frauen, KPD und Ochsensepp, @tagesspiegel.de #OTD 1946 (mehr zur Staatspräsidenten-Saga oben im Thread).
Mehr zur Nachkriegsdebatte um die kommenden Bundesländer: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80

Bayerischer Staatspräsident abgelehnt
J. Seh. München, 12. September
In der Donnerstagsitzung der Verfassunggebenden Landesversammlung in Bayern wurde die Einsetzung eines Staatspräsidenten für Bayern mit 85 gegen 84 Stimmen bei vier Stimmenthaltungen in namentlicher und öffentlicher Abstimmung abgelehnt. Gegen den Staatspräsidenten waren die Kommunisten und die Wirtschaftliche Aufbauvereinigung. Für den Staatspräsidenten entschieden sich von der CSU unter anderem Ernährungsminister Baumgartner, der Minister für Sonderaufgaben Dr. Pfeiffer und der Münchener Oberbürgermeister Dr. Scharnagl, von der SPD Ministerpräsident Dr. Högner, Innenminister Seifried, Kultusminister Dr. Fendt und Arbeitsminister Roßhaupter. Von der CSU lehnten insgesamt 23 Abgeordnete den Staatspräsidenten ab, darunter der Landesvorsitzende der CSU, Dr. Josef Müller. Drei Mitglieder enthielten sich der Stimme, vier waren abwesend. Unter den führenden Sozialdemokraten stimmten gegen den Staatspräsidenten der bayerische Gewerkschaftsführer Gustav Schiefer und der zweite Bürgermeister von München, Thomas Wimmer. Die Frauen aller Parteien lehnten das Amt eines Staatspräsidenten ab.
@hesselmann.bsky.socialSep 12, 2026, 11:43 AM

Endlich wieder Fußball, @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr über Ligen und Pokale, über Vereine und kommunale Sportgruppen in der Nachkriegszeit in Berlin: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80

Fußball-Meisterschaft beginnt
An diesem Sonntag beginnen in allen Klassen die Punktspiele der neuen Berliner Fußball-Meisterschaft. Die Spiele der Stadtklasse (Liga) haben durch zwei Tatsachen an sportlichem Wert gewonnen: die oberste Klasse ist von 36 auf 12 Mannschaften verkleinert worden, und durch die Aufhebung der Bezirksgrenzen ist eine Konzentrierung der besten Kräfte möglich. Die Mannschaften spielen nach dem üblichen System, also in zwei Runden nach Punktwertung. Die erste Runde, die am Sonntag beginnt, wird Ende Dezember zu Ende sein, die zweite Runde beginnt am ersten Januar-Sonntag. Die Anfangszeiten sind wie folgt festgesetzt worden: im September 16 Uhr, im Oktober 15 Uhr 30, im November 14 Uhr 30 und im Dezember 14 Uhr. Vor diesen Spielen werden jeweils die zweiten Mannschaften der Liga-Klasse antreten. Die Begegnungen der Stadtklasse für den ersten Spieltag lauten wie folgt: Tempelhof—Charlottenburg (Zastrowstraße), Köpenick—Mariendorf (Spindlersfeld), Prenzlauer Berg—Lichtenberg (Stadion Mitte), Südring—Mitte (Züllichauer Straße), Oslo—Wilmersdorf (Bellermannstrafie), Reinickendorf—Staaken (Birkenstraße).
@hesselmann.bsky.socialSep 12, 2026, 11:22 AM

"Erhebung der Provinz Schleswig-Holstein zum Land", @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr zur Nachkriegsdebatte um die kommenden Bundesländer und die Sicht unserer Zeitung: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Alle Folgen "Im Tagesspiegel vor 80 Jahren": www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80

Land Schleswig-Holstein
Kiel, 11. September (DPD)
Die mit Wirkung vom 23. August erfolgte Erhebung der Provinz Schleswig-Holstein zum Land wurde vom bisherigen Oberpräsidenten und jetzigen Ministerpräsidenten Stelzer in der nenen Sitzung des Schleswig-Holsteinischen Landtages bekanntgegeben. Im Verlauf dieser Sitzung wurde auch ein dänischer Dringlichkeitsantrag auf Abtrennung des Gebietes nördlich der Eider vom Landtag abgelehnt.
Die Umwandlung der Provinz Schleswig-Holstein in ein Land fußt auf dem Gesetz Nr. 46 der Militärregierung, das die Auflösung der preußischen Provinzen vorsieht. Das bisherige Oberpräsidium wurde in „Landesministerium" umbenannt. Der Oberpräsident ist jetzt Ministerpräsident. In verwaltungsorganisatorischer Hinsicht ändert sich im neuen Land SchleswigHolstein, das bereits seit längerer Zeit einen eigenen Landtag hat, nichts.
@erikreger.bsky.socialSep 11, 2026, 12:13 PM

"Richterschelte" ist erlaubt, @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Wo hörte die Menschlichkeit auf?
Ein merkwürdiges Urteil des Landgerichts über Vorgänge beim Zusammenbruch
Als am 19. April des vorigen Jahres die Russen nur noch sieben Kilometer vor Wünsdorf standen, zog der Landesschütze K. seinen Soldatenrock aus, und damit war der Krieg für ihn zu Ende. Er hatte sich schon einige Tage vorher mit seiner Frau bei dem Schornsteinfegermeister Friedrich L. einquartiert, der in Wünsdorf am See ein kleines Sommerhaus bewohnte. Hertha B., die dort ebenfalls wohnte, sah in dem Verhalten des Landesschützen, wie sie vor der Großen Strafkammer des Landgerichts sagte, eine Gefahr für das Haus und meldete das Versteck des „Deserteurs" einem Offizier. Der wußte, was die Glocke geschlagen hatte, und tat dem „Deserteur" nichts. Hertha B. erstattete darauf ein zweites und gemeinsam mit dem Schornsteinfegermeister L., der der NSDAP angehörte, ein drittes Mal Anzeige. Da mußte der Offizier endlich eine Wehrmachtstreife schicken. Der Denunzierte sprang aus dem Fenster, wurde aber mit Hilfe der Hertha B. entdeckt und abgeführt. Nach dem Goebbels-Erlaß hätte K. auf der Stelle erschossen werden müssen.  (...)   
Der Schornsteinfegermeister L. und Frau B. hatten sich nun gestern wegen Verbrechens gegen die Menschlichkeit zu verantworten. Der Staatsanwalt, geißelte die Handlungsweise der Angeklagten und hob hervor, daß es nur einem Zufall zu danken sei, daß K. heute noch lebe.  (...) Er beantragte gegen Frau B., als die eigentliche Urheberin der Anzeige, drei Jahre, gegen den Schornsteinfegermeister L. zwei Jahre Gefängnis. Der Verteidiger forderte Freisprach mit der Begründung, daß das Kontrollratsgesetz Nr. 10 als Verbrechen gegen die Menschlichkeit nur Verfolgungen aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen ansehe. (...) Die Anzeige sei lediglich erfolgt, um sich vor einer drohenden Gefahr zu schützen. Das Gericht machte sich die gleiche Ansicht zu eigen und sprach die beiden Angeklagten auf Kosten der Stadtkasse frei. (...)
@hesselmann.bsky.socialSep 9, 2026, 10:56 AM

„…daß der Wille eines Helden der Geschichte, weit entfernt die Tätigkeit der Massen zu lenken, vielmehr selbst beständig von ihnen gelenkt wird.“ Zu Tolstois Geburtstag #OTD zitiert der @tagesspiegel.de 1946 den russischen Schriftsteller.
#Tagesspiegel80, Kultur:
www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Rerum cognoscere causas
Der menschliche Verstand vermag die Gesamtheit der Ursachen der Erscheinungen nicht zu begreifen. Aber das Bedürfnis, nach diesen Ursachen zu forschen, liegt in der Seele des Menschen. Da nun der menschliche Verstand in die zahllose Menge und mannigfaltige Verschlingung der die Erscheinungen begleitenden Umstände, von denen ein jeder, für sich betrachtet, als Ursache erscheinen kann, einzudringen nicht imstande ist, so greift er nach dem ersten besten, verständlichsten Momente, das mit einer Erscheinung in Berührung steht, und sagt: das ist die Ursache. Bei geschichtlichen Ereignissen, wo den Gegenstand der Untersuchung Handlungen von Menschen bilden, erscheint als ein solches Moment, das sich zuallererst darbietet, der Wille der Götter, demnächst der Wille derjenigen Personen, die bei dem betreffenden Ereignisse auf dem sichtbarsten Platze stehen, der Helden der Geschichte. Aber man braucht nur in das Wesen eines historischen Ereignisses einzudringen, das heißt in die Tätigkeit der gesamten Masse der Menschen, die an dem Ereignisse beteiligt gewesen sind, um sich zu überzeugen, daß der Wille eines Helden der Geschichte, weit entfernt die Tätigkeit der Massen zu lenken, vielmehr selbst beständig von ihnen gelenkt wird.
Leo Tolstoi
(Geboren am 9. September 1828 auf Jasnaja Poljana bei Tula. Aus dem Roman „Krieg und Frieden")
@erikreger.bsky.socialSep 9, 2026, 8:52 AM

Tolstoi und der Tagesspiegel-Leitspruch, 1946 zum Geburtstag des russischen Schriftstellers #OTD 1828.
Mehr zur Kultur im @tagesspiegel.de 1946, auch zur Zitatrubrik: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Alle Folgen „Im Tagesspiegel vor 80 Jahren“: www.tagesspiegel.de/gesellschaft... #Tagesspiegel80

Rerum cognoscere causas
Der menschliche Verstand vermag die Gesamtheit der Ursachen der Erscheinungen nicht zu begreifen. Aber das Bedürfnis, nach diesen Ursachen zu forschen, liegt in der Seele des Menschen. Da nun der menschliche Verstand in die zahllose Menge und mannigfaltige Verschlingung der die Erscheinungen begleitenden Umstände, von denen ein jeder, für sich betrachtet, als Ursache erscheinen kann, einzudringen nicht imstande ist, so greift er nach dem ersten besten, verständlichsten Momente, das mit einer Erscheinung in Berührung steht, und sagt: das ist die Ursache. Bei geschichtlichen Ereignissen, wo den Gegenstand der Untersuchung Handlungen von Menschen bilden, erscheint als ein solches Moment, das sich zuallererst darbietet, der Wille der Götter, demnächst der Wille derjenigen Personen, die bei dem betreffenden Ereignisse auf dem sichtbarsten Platze stehen, der Helden der Geschichte. Aber man braucht nur in das Wesen eines historischen Ereignisses einzudringen, das heißt in die Tätigkeit der gesamten Masse der Menschen, die an dem Ereignisse beteiligt gewesen sind, um sich zu überzeugen, daß der Wille eines Helden der Geschichte, weit entfernt die Tätigkeit der Massen zu lenken, vielmehr selbst betändig von ihnen gelenkt wird.
Leo Tolstoi
(Geboren am 9. September 1828 auf Jasnaja Poljana bei Tula. Aus dem Roman „Krieg und Frieden")
@erikreger.bsky.socialSep 7, 2026, 1:17 PM

„Neue Gedanken über den Naturschutz“, @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Ursprünglichkeit künstlich geschaffen
Neue Gedanken über den Naturschutz — Vorbild der Zustand von 1850
Neun Naturschutzgebiete gibt es in Groß-Berlin, aber nur im Schloßpark Lichterfelde sind die wertvollen Pflanzen durch den Krieg zerstört worden. Die Krumme Laake, ein Urstromtal der Spree in der Nähe des Müggelsees, die Grunewaldmoore mit Saubucht und Pechsee haben ihren Baumbestand mit Pflanzen und Tieren erhalten. Die Vögel haben sich sogar vermehrt, da sie nicht mehr gefangen werden, weil niemand sie füttern kann. Die Parkanlagen der Pfauen-Insel sind zwar ungepflegt, aber die Zirbelkiefern, Zedern, Tulpenbäume und der Rhododendron sind unversehrt. Das wertvollste und interessanteste Berliner Naturschutzgebiet, das Kalktuffgelände am Tegeler Fließ darf ohne Ausweis nicht betreten werden, da es hier keine Wege gibt. Auch das Betreten der Insel Imchen ist nur mit Erlaubnis möglich, weil die zahlreichen Wasservögel nicht gestört werden sollen. Der Spandauer Stadtpark, der Faule See in Weißensee und der Köpenicker Dammforst aber sind offen für alle, ursprünglich und schön. Außer den Naturschutzgebieten gibt es noch 75 geschützte Naturdenkmäler. Von ihnen ist nur die Platane in der Margarethenstraße so schwer beschädigt worden, daß sie vielleicht verloren ist. Der japanische Gingo vor der Universität, der von Humboldt gepflanzt wurde, hat lodernd gebrannt, breitete jedoch schon in diesem Sommer seine blätterförmigen grünen Nadeln wieder aus. So hat der städtische Beauftragte für Naturschutz, Dr. Hedicke, ein weit geringer zerstörtes Arbeitsgebiet als die meisten Berliner, und er kann sich neben der erhaltenden Pflege der schon bestehenden Schutzgebiete einer neuen großen Aufgabe zuwenden. Denn, so sagt er, der Naturschutz soll nicht nur eine Sache der Wissenschaft sein und sich auf die Bewahrung von ursprünglichen geologischen, biologischen oder zoologischen Zuständen beschränken, sondern wir wollen ihn zu einer lebensnahen öffentlichen Angelegenheit machen. (…)
@hesselmann.bsky.socialSep 7, 2026, 10:56 AM

"Wenn alle anderen deutschen Länder auf einen Staatspräsidenten verzichten, dürfte eine solche Einrichtung in Bayern nicht gerade als glücklich zu bezeichnen sein..." @tagesspiegel.de #OTD 1946
Föderalismus: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
#Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Um den bayerischen Staatspräsidenten
München, 6. September (DANA) Obwohl der Verfassungsausschuß der bayerischen Landesversammlung sich, wie berichtet, für die Einsetzung eines Staatspräsidenten entschieden hat, wird diese Frage erst durch das Plenum der Landesversammlung endgültig geklärt werden. Während Ministerpräsident Dr. Högner im Verfassungsausschuß mitgeteilt hatte, daß man auch in Württemberg-Baden und Großhessen die Einsetzung eines Staatspräsidenten plane, wurde jetzt bekannt, daß der württembergische Verfassungsausschuß einen Staatspräsidenten in zweiter Lesung abgelehnt habe, und daß nunmehr auch Großhessen diesen Plan fallen lassen werde. Die Entscheidung der beiden anderen süddeutschen Länder dürfte nicht ohne Einfluß auf die bayerische verfassunggebende Landesversammlung bleiben. Etwa sechzig Prozent der Mitglieder der Christlich-Sozialen Fraktion treten für die Einsetzung eines Staatspräsidenten ein. Sollte diese Fraktionsmehrheit auf dem Wege über den Fraktionszwang auch die Haltung der übrigen christlichsozialen Abgeordneten beeinflussen, dann würde sich der Fall ergeben, daß eine Mehrheit innerhalb einer Fraktion die Mehrheit eines Volkes majorisiert. Die Haltung der Sozialdemokraten ist unklar, obwohl sie in der jetzigen Lage den Ausschlag geben könnte. Wenn alle anderen deutschen Länder auf einen Staatspräsidenten verzichten, dürfte eine solche Einrichtung in Bayern nicht gerade als glücklich zu bezeichnen sein, zumal sich aus dem Nebeneinander der Aemter eines Staats- und eines Ministerpräsidenten sicherlich Schwierigkeiten ergeben würden.
@erikreger.bsky.socialSep 6, 2026, 10:29 AM

Mitglieder des Orchesters, Bassist, Stimmbildner, Mitglieder des Chors, Angehörige der Verwaltung, Handwerker, Hilfskräfte, Logenschließer, Sänger… @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr über „Entnazifizierung“: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
Mehr #Tagesspiegel80: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...

Entlassungen bei der Städtischen Oper
Rund vierzig Künstler und Angestellte der Berliner Städtischen Oper sind zum 1. September auf Grund der Entnazifizierungsbestimmungen entlassen worden. Darunter befinden sich 16 Mitglieder des Orchesters, der Bassist Willi Sahle, der Stimmbildner Paul Neuhaus, acht Mitglieder des Chors, drei Angehörige der Verwaltung und zehn Handwerker, Hilfskräfte und Logenschließer. Beurlaubt bis zur endgültigen Klärung ihrer politischen Angelegenheit wurden die Sänger Karl Schmitt-Walter und Günther Treptow, ferner Hans Haller genannt Florian und Heinz Hammers. (DPD)
@hesselmann.bsky.socialSep 6, 2026, 10:15 AM

Nochmal Oper, @tagesspiegel.de #OTD 1946.
Mehr über „Entnazifizierung“ und deren Ausbleiben: www.tagesspiegel.de/gesellschaft...
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Entlassungen bei der Städtischen Oper
Rund vierzig Künstler und Angestellte der Berliner Städtischen Oper sind zum 1. September auf Grund der Entnazifizierungsbestimmungen entlassen worden. Darunter befinden sich 16 Mitglieder des Orchesters, der Bassist Willi Sahle, der Stimmbildner Paul Neuhaus, acht Mitglieder des Chors, drei Angehörige der Verwaltung und zehn Handwerker, Hilfskräfte und Logenschließer. Beurlaubt bis zur endgültigen Klärung ihrer politischen Angelegenheit wurden die Sänger Karl Schmitt-Walter und Günther Treptow, ferner Hans Haller genannt Florian und Heinz Hammers. (DPD)
@erikreger.bsky.socialSep 5, 2026, 8:16 AM

Mehr Wahlvorbereitungen. @tagesspiegel.de #OTD 1946
Die Berlin-Wahl 1946, die erste nach Krieg und Diktatur und die für lange Zeit letzte für die ganze Stadt, als Demokratietest: www.tagesspiegel.de/berlin/nachk... #Tagesspiegel80

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